Hinter’m Grill ist so schön gemütlich und Windgeschütz. Offensichtlich ein sehr guter Platz zum Überwintern. Das dachte sich unser Igel, den wir nachts auf unserer Außenkamera über die Terrasse streifen sehen.

Aber nun sind es über 20°C und der Sinn steht nach Angrillen. Was tun, wenn der Igel nicht gestört werden soll, aber Ehemann sein Stück Fleisch nicht in die Pfanne hauen möchte? Das ist mal wieder eine Gratwanderung zwischen Schadenbegrenzung und Eingriff in die Natur sowie den Haussegen gerade halten. Es gibt aber immer eine brauchbare Lösung – ich muss sie nur finden …
Um einzuschätzen, ob das Igelnest noch bewohnt ist, haben wir also den Grill ganz vorsichtig ein Stück vorgezogen. Ich hatte mich schon mit dicken Handschuhen in Bereitschaft gestellt, um eventuell den die Flucht ergreifenden kleinen Kerl einzufangen und in eines der Igelhäuser umzusiedeln. Schließlich habe ich extra 2 Igelhäuser im Garten aufgestellt, die er aber offensichtlich nicht attraktiv genug fand. Tja, der Igel hat seinen eigenen Geschmack. Nun stand ich in Position, aber nichts tat sich.
Freie Sicht

Wir konnten allerdings genau sehen, was sich dort hinter dem Griff befand. Und es waren keinesfalls nur ein paar lausige Blätter … es war ein perfektes Nest mit einem Durchmesser von bestimmt 35 Zentimetern mit winzigem Einstigsloch. Ich überlegte, wie ich das Nest samt Inhalt an einen anderen Standort befördern könnte. Mit einer großen Schaufel fuhr ich unter das Nest und hoffte, dass Igel es nicht bekommen würde. Als ich es aufgeladen hatte, merkte ich erst, wie schwer das ganze Ding war. Und indem ich mit dem ganzen Teil auf meiner Schippe loslief, bewegte sich etwas im Inneren.
Nun aber zack zack

Ich setzte das Nest ganz vorsichtig neben dem Igelhaus unter einem Kantuxbusch ab. Denn in das Igelhaus kam ich damit nicht. Es passte einfach nicht hinein. Ich wartete und es wackelte wieder. Schließlich stieg der Igel nach hinten hin aus und schaute mich missmutig an. Er fand es vermutlich ziemlich blöd. Ich entschuldigte mich bei ihm und wies auf das Igelhaus mit Fütterstelle hin. Dann machte ich schnell noch ein Foto mit meinem Mobiltelefon und er wackelte Richtung Wall ins Unterholz.



Ich habe ihn dann sich selbst überlassen. Denn unser Garten bietet viele Möglichkeiten, sich einen Unterschlupf zu suchen. Wenn ihm meine bereitgestellten Möglichkeiten nicht gefallen, tut es mir leid. Er wird seinen Weg machen. Unterernährt sah er nicht aus. Und seinen Tiefschlaf hatte er längst beendet.

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