Aktionstag „Wildmüll“

Unter diesem Motto veranstaltete heute die Stadt Stade, der Landkreis und der Ankerplatz in Stade eine Aktion gegen „unbeliebte Naturbewohner“ – sprich Müll der in der Natur natürlich nichts zu suchen hat. Stade.Marketing hat auf Instagram zur Beteiligung aufgerufen…

Schnell den Sack voll

Ausgestattet mit blauem Müllsack und Sammelzange war ich dabei und sammelte innerhalb von gut zwei Stunden dreimal den Sack voll. Damit hatte ich natürlich nicht gerechnet. So schmutzig sieht es in Stade gar nicht aus. Aber der Schein trügt. Wenn man darauf achtet, liegt plötzlich überall etwas herum. Und das sieht nicht nur doof aus, sondern ist oft auch eine Gefahr für Natur und Tiere.

Styroporverpackung aus irgendeinem Imbiss zur Mitnahme von Essen ausgegeben.

So schwamm diese Styroporschale für Essen im Burggraben. Um dort mit meiner Sammelzange hinzukommen, musste ich über eine ziemlich steile Böschung bis unten ans Ufer kommen. War nicht so einfach, wie es aussah. Aber unten angekommen konnte ich erkennen, dass Tiere schon davon probiert hatten. Die kleinen Bisse waren gut im Styropor zu erkennen. Das kann lebensbedrohlich für Tiere werden. Einige der Abbisse lagen neben der Schale, hat also nicht wirklich geschmeckt. Alles, was ich sehen konnte habe ich eingesammelt, sodass diese Gefahr gebannt ist.

Außerdem lagen dort an der Böschung :

  • Zigarettenschachteln
  • Kippen ohne Ende
  • Caprisonne-Verpackungen
  • Glasflaschen wie Bier- und Schnapsflaschen
  • Plastikflaschen mit Pfand
  • Bierdosen und Energydrinks
  • Plastikfolie von Tüten
  • Plastikflaschenverschlüsse
  • Kronkorken
  • Kassenbons und andere Papiere
  • Papiertaschentücher und volle Packungen
  • Kunststofftüten von Süßigkeiten
  • Chipstüten
  • Pastikfeuerzeuge
  • Kugelschreiber
  • Cuttermesser
  • Tuben
  • Lebensmittel-Umverpackungen (von Soßen, Käse, Wurst 😲)
  • Klamotten (eine komplette Austattung)
  • Schuhe
  • Alufolie
  • Volle Windel (wer verliert so etwas?)
  • Stumpen mit und ohne Filter
  • Sehr viele Teelichter (wie kommen die dort hin?)
  • Fertiggerichte-Zutaten (Tüten-Suppen)
  • Tube
  • Coffee to Go-Becher
  • Plastikabdeckung (mir unbekannter Nutzen)

Interessant sind auch die Kommentare der vorbei kommenden Menschen. Kinder fragen ja oft, „was machen die da?“. Einige Eltern erklären ihren Kindern dann, weshalb der Müll aufgesammelt wird. Andere lassen ihre Kinder ohne Erklärungen laufen. Da habe ich leider die Befürchtung, dass sie in 10 Minuten auch ihren Mist in die Gegend schmeißen.

Als ich unter einer Brücke sammelte, konnte ich hören wie ein älteres Paar sich unterhielt. Sie muss ihren Mann irgendwas zu uns Müllsammlern gefragt haben. Jedenfalls antwortete er gut hörbar wörtlich: „Das sind bestimmt die Grünen“.

Ich war sprachlos, was mich im Nachhinein etwas ärgert. Denn ich gerne aufgeklärt, dass wir die Sauberen sind und parteilos! Aber so etwas fällt mir immer erst später ein.

Döner-Imbiß und andere Fastfoods

Schlimm sieht es auch rund um einen Imbiss, der sich Orient-Express nennt. Jeden Meter sammle ich eine Alufolienverpackung, in die scheinbar Mitnahme-Mahlzeiten verpackt werden. Natürlich schmeißen das die Kunden hin. Allerdings könnte ein Betreiber die Mahlzeiten-To-Go ja auch in Papier verpacken. Sicher gibt es da inzwischen andere Lösungen, als Alufolie.

Am Ufer des Buggrabens entdeckte ich einen vollen blauen Müllsack, der dort schon geraume Zeit liegen musste. Er war so schwer und unhandlich, dass ich die Stadtreinigung zu Hilfe rufen musste. Die Profis kamen auch prompt und übernahmen diese Aufgabe.

Voller Müllsack am Ufer des Burggrabens gleich hinter‘m Orient Express.

Bei einem Burger-Restaurant am Kreisel zur A26 sieht es immer wie auf der Müllhalde aus. So viele Verpackungen werden scheinbar aus dem Autofenster entsorgt. Wie kommen die Leute darauf, wo doch in Deutschland wirklich überall Mülleiner stehen.

Unliebsame Massenkrankheit …

Und dann diese Kippen. Auf Fußwegen, Parkplätzen, Grünstreifen, in Parkanlagen … überall liegen Kippen. Genau daneben ein Mülleimer. Trotzdem wird das Gift auf den Boden geschmissen. Auf Parkplätzen wird scheinbar völlig selbstverständlich, bevor die Rauchenden in ihre Karren steigen, die Kippe vors Auto geschmissen. Ich könnte ko…. wie kann man so drauf sein? Zuhause schmeißen sie ihren Abfall bestimmt auch nicht vors Sofa. Also warum draußen??

Abschluss auf dem Sande

Letztendlich ist Stade jetzt erst einmal sauberer. Alle Beteiligten haben ihren gesammelten Müll auf dem Platz am Sande zusammengetragen. Da ist ganz schön was zusammen gekommen.

Zusammentreffen der Beteiligten mit dem Veranstalter Landkreis Stade.

2 Antworten zu „Aktionstag „Wildmüll“”.

  1. Es ehrt dich, dass du und so viele andere an dieser Müll-Sammelaktion teilgenommen hast. Das ist sicher eine sinnvolle Aktion, zeigt aber in meinen Augen leider auch einmal mehr, dass Ehrenamtlichkeit oft da gefordert (und manchmal leider auch ausgenutzt) wird, wo die Stadt nicht mehr weiterkommt oder bereits aufgegeben hat.
    Prinzipiell ist Sauberkeit und Verantwortungsbewusstsein meiner Meinung nach eine Frage der Erziehung, denn ist absolut gar nichts cool daran, seinen Müll einfach da, wo man gerade steht, fallen zu lassen. Schlimm, dass sie leider viele Menschen genau so verhalten. Was stimmt bloß mit denen nicht?

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    1. Da bin ich ganz deiner Meinung. Erziehung macht einen Großteil dieses Problems aus. Ich würde mir wünschen, dass es in der Schule zusammen mit Umweltbewusstsein, Benehmen und Wahrnehmungssteigerung der eigenen Person vermittelt werden würde.
      Ausgenutzt fühle ich aber nicht. Mir macht das richtig Spaß 😆. Ich habe sogar Glücksgefühle, wenn ich zu Verbesserungen zugunsten der Natur beitrage.

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