Hinterm Deich in Kehdingen, Regen ohne Pause, keine Elbe zu sehen, viele Spuren im Watt und der Mann vom NABU versorgt uns mit Wissenswertem …
Heute Mittag veranstaltet der NABU bei diesem Schietwetter eine Wattwanderung im Freiburger Elbwatt. Es regnet seit heute Morgen durchgängig. Ich zweifle, dass die Veranstaltung überhaupt stattfindet. Auf meine Nachfrage bekomme ich die Antwort, dass es bei passender Kleidung auf jeden Fall ein Vergnügen wird! Ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll. Vielleicht hatte ich auf eine andere Antwort gehofft. 😏
Aber was soll‘s. Ich habe Gummistiefel und einen Regenmantel dabei. Am Treffpunkt warten schon der NABU-Mann und zwei weitere Teilnehmerinnen. Wer glaubt‘s? Wir wurden tatsächlich mehr als zehn, die dem Wetter trotzen wollten.
Rein ins Nass
Über eine Holzbrücke betreten wir das Watt. Glitschig ist schon das Holz der Brücke, dann versinke ich mit meinen Gummistiefeln knöcheltief im Schlick. Ausrutschen möchte ich nicht! Langsam gewöhne ich mich an das Driften meiner Stiefelsohlen ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Ich hoffe auf Tiere im Watt. Aber sehen kann nur die seichten Wellen auf dem Boden. Keine Wattwurmhaufen, wie ich es von der Nordsee her kenne. Auch keine kleinen Krebse – schade. Nur ein paar Reste von einigen Krebsbeinen, die die Vögel übrig gelassen haben.

Denn im Watt weiter draußen suchen Austernfischer nach Nahrung und werden scheinbar auch fündig.


Wir bekommen Informationen zur Fahrrinne, den beiden roten Leuchttürmen auf der anderen Elbseite, zu Elbvertiefung und Salzgehalt bis zu Informationen zum Deichbau und der Befestigung am unteren Deichteil.
Im Watt sind kleine Runde Löcher. In manchen Pfützen blubbert es. Gas steigt auf. Es ist Methan. Irgendwie unheimlich.
Ich hatte auf Seehunde gehofft. Die liegen hier tatsächlich sonst auf der Sandbank rum. Aber eben nicht im Sommer, auch nicht wenn der so regnerisch ist, wie dieser gerade. Das liegt daran, dass die Nahrung der Seehunde – Fisch – momentan auch nicht in der Elbe schwimmt. Im Herbst, wenn es kälter wird, kommen sie alle zurück. Dann komme ich noch einmal wieder. Was ich auch nicht wußte, ist dass ich auch ohne Führung hier durch‘s Watt latschen darf. Dann suche ich mir einen trockeneren Tag aus.

So hinterlassen wir ein Meer von Fußabdrücken im Schlick. Aber bei der nächsten Flut ist ja alles wieder glatt.
Nach all den diesigen Eindrücken und grauen Fotos stoße ich doch noch auf etwas Farbe. Diese kleine Kratzdiestel wächst zwischen den Steinen am Deich und bringt für heute die meiste Farbe in diesen Tag.



Lass mir deinen Kommentar da…