Nachhaltigkeit

Sehr zu meiner Freude befassen sich viele Menschen mit Nachhaltigkeit. Auch beim Einkaufen wird immer mehr Wert darauf gelegt, dass die Produkte nachhaltig hergestellt werden, der Versand möglichst CO2-freundlich ist und die Nutzung Nachhaltigkeit möglichst unterstützt. Es wäre allerdings sehr anstrengend, wenn jeder das Rad neu erfinden müsste. Daher übernehme ich gerne gute und ausgereifte Ideen und versuche sie in meinen Alltag zu übernehmen. So bin ich ständig auf der Suche nach Inspiration und auf folgendes Event gestoßen:

In Stade bietet der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.) in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Stade einen Streifzug mit spannenden Informationen zum Thema Nachhaltigkeit an. So bin ich am letzten Wochenende in einer Gruppe von 10 Teilnehmenden mit Frau Niemeyer (BUND) und Frau Mahr (Landkreis Stade) zu einem „nachhaltigen Stadt-Streifzug“ durch Stade unterwegs gewesen. Ich war sehr gespannt, was ich gegebenenfalls noch besser machen kann. Im folgenden Artikel beschreibe ich meine persönlichen positiven Erfahrungen.

  1. Refill Stade
  2. Second Hand
  3. Holzkisten an der Wand
  4. Reparatur statt neu kaufen
  5. Noch mehr Holzkisten
  6. BAG INSTADE TOWN
  7. Bücher 📚
  8. Christliche Buchhandlung und Weltgruppe Stade

Wir starteten unseren „Streifzug“ und gingen durch die Große Schmiedestraße, wo ich bereits mein erstes AHA-Erlebnis hatte.

Refill Stade

Für mich völlig neu … es gibt in Stade ein Netz von mindestens 20 Stationen und Geschäften, welche mein eigenes Trinkgefäß kostenlos mit Leitungswasser auffüllt. Sehr interessant gerade bei den sommerlichen Temperaturen der letzten Wochen, aber auch sicherlich für Touristen. Nur was ich nicht kenne, kann ich auch nicht nutzen. Diese Aufkleber an manchen Schaufensterscheiben weisen auf diesen tollen Service hin. Jetzt werde ich natürlich darauf achten und gerne nutzen.

Link zur Weiterleitung zu den Standorten der Stationen ⬆️

Da ich meistens sowieso eine Wasserflasche bei mir habe, finde ich das sehr praktisch und nachhaltig. Denn ich muss meine Trinkflasche nicht entsorgen oder (bei Pfandflaschen) zurück geben und auch nicht in den nächsten Laden laufen um mir ein neues Getränk zu kaufen. Das spart Ressourcen, Zeit und Geld.

Second Hand

Im Kaufhaus mit Herz bei St. Willhadi arbeiten Menschen (größtenteils) ehrenamtlich, um ein Angebot an Waren für Menschen mit kleinem Geldbeutel bereitzustellen. Die Waren sind gespendete, aber gut erhaltene Sachen des täglichen Bedarf über Bekleidung, Geschirr, Haushaltsgegenstände, Spielzeug und vieles mehr. Die Waren werden dann mit niedrigem Preis an die Kunden verkauft. Super Sache, wenn weniger weggeworfen wird und anderen noch helfen kann.

Die Kaufhäuser mit Herz gibt es in Stade, Buxtehude und Neu Wulmstorf. Sie waren mir schon vor diesem Streifzug bekannt, da ich dort schön öfter Sachen angegeben habe.

Holzkisten an der Wand

In der Großen Schmiedestraße hängen zwei Holzkisten an der Wand eines Gebäudes. In einer hängt ein Zettel mit dem Text „Nimm mit, was dir gefällt. Lass da, was du nicht mehr brauchst.“

Gute Sache, wenn die Boxen dazu genutzt werden, Dingen ein neues Zuhause zu schenken statt weggeworfen zu werden. Hier warten gerade ein paar Kleiderbügel und Bücher auf neue Besitzer.

Reparatur statt neu kaufen

Ebenfalls in der Großen Schmiedestraße ist ein Geschäft ansässig, welches Mobiltelefone repariert und gebrauchte Spiele verkauft. Es heißt Game Point. Ich war dort noch nie vorher drin, da der Name – wie ich finde – nicht dem gerecht wird, was sich dahinter verbirgt. Mich hatte das bisher gar nicht gereizt, denn ich bin kein „Spieler“. Da sich aber auch dieses Geschäft durch reparieren statt wegwerfen auszeichnet, ist es in Sachen Nachhaltigkeit auch für mich ganz weit vorne.

Außerdem möchte ich Hollander Team am Hohenwedeler Weg in diesem Zuge erwähnen. Die haben wir auf unserem „Streifzug“ zwar nicht besucht, aber der Laden ist eine Kindheitserinnerung für mich. Die bieten ebenfalls seit über 40 Jahren zuverlässige Elektroreparaturen an. Da haben meine Eltern damals schon ihren Fernseher reparieren lassen. Also nicht immer alles gleich wegwerfen. Reparieren lohnt sich oft doch noch!

Zu dem Thema „reparieren statt neu kaufen“ passt auch das inhabergeführte Geschäft von Leder Cording. Dort hat meine Oma sogar schon gekauft. Ich meine mich zu erinnern, dass es das Geschäft seit ca. 1901 gibt. Aber wenn mal ein Reißverschluss kaputt ist oder der Riemen einer Tasche verschlissen ist, habe dort sehr gute und freundliche Erfahrungen mit dem Herrn gemacht. Alles wieder heil und chic bei der Abholung! Und ein netter Plausch geht immer …

Man kann aber auch sehr wertige neue Sachen aus Naturmaterialien dort kaufen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein bei Leder Cording gekauftes Portmonee auch nach vielen Jahren noch ordentlich aussieht und der Reißverschluss einwandfrei funktioniert, während die Haltbarkeit meines Schickimicki-Marken-Teils nur von sehr kurzer Dauer war. Ich habe daraus gelernt!

Noch mehr Holzkisten

Beim Stader FachMarkt kann man Kisten mieten und Produkte aus eigener Herstellung verkaufen. Hier werden viele Produkte aus der Region angeboten. Auch Handwerkliches soll laut deren Homepage dabei sein. Leider hatte der Laden gerade geschlossen, aber bei meinem nächsten Besuch in Stade schaue ich mal rein.

BAG INSTADE TOWN

Diesen roten Aufkleber entdeckte ich zufällig an der Schaufensterscheibe des FachMarktes. Daher habe ich den QR-Code gleich mal abgescannt und festgestellt, dass es sich um eine Initiative zur Belebung der Stader Innenstadt handelt. Der lokale Einzelhandel soll unterstütz werden, damit die Auswahl an Geschäften nicht weniger wird. Super!

Man kauft eine der Taschen mit diesem Logo BAG IN TOWN und bekommt in teilnehmenden Geschäften teilweise sogar Rabatte. Näheres dazu und teilnehmende Stader Geschäfte auf deren Homepage.

Bücher 📚

Auch Bücher können so nachhaltig sein, wenn sich so viel Mühe gegeben wird, wie im Buch Kontor in der Hökerstraße. Ich habe ganz viel erfahren über Bücher mit Fadenbindung, ungefärbte Buchkanten, Kalender und Karten ohne Verpackungsfolie, Buchlieferungen in Mehrwegwannen und Auslieferungen mit dem Fahrrad. Klasse, was sich alles getan hat in den letzten Jahren und wieviele Gedanken sich die Mitarbeiter:innen im Buch Kontor machen. Ich finde das sehr nachahmenswert!

Diese Verpackung in Folie ärgert mich schon beim Gemüse so oft. Ich kaufe das dann einfach nicht. Bei Büchern und Karten finde ich das genauso überflüssig. Ich habe letzte Woche auch eine Karte mit Umschlag aber ohne Folie gekauft. Damit das als Set zu erkennen war, hat der Verlag die Rückseite der Karte einfach in den Umschlag eingeschoben, sodass man die Vorderseite trotzdem sehen konnte. Hier im Buch Kontor gab es eine Variante wo Karte mit Umschlag von einem Bändchen zusammengehalten wurden. Hübsch, aber auch schon wieder etwas aufwändig.

Auch habe ich dort mehrere spannende Bücher über Nachhaltigkeit im Alltag gesehen, die ich mir dringend noch einmal in Ruhe anschauen und das eine oder andere auch kaufen möchte.

Christliche Buchhandlung und Weltgruppe Stade

Das Angebot an guten Büchern habe ich bereits öfter genutzt, auch um Geschenke zu kaufen. Aber dieser Laden bietet auch viele Waren, die fair gehandelt werden. Besonderer Kaffee, leckere Schokolade, Schmuck und Taschen. Natürlich auch viele hilfreiche Bücher für den eigen Gebrauch. So gab es eins über Natron, wie man das alte Hausmittel zur Herstellung von Putzmitteln und so weiter einsetzten kann. Sehr spannend.

Ganz toll finde ich auch die Aktion mit den Orangen aus Kalabrien. Letztes Jahr – ich weiß nicht mehr genau, ob es in der Vorweihnachtszeit war – habe ich in der Hökerstraße eine dieser Orangen geschenkt bekommen. Die haben so lecker geschmeckt, dass ich sie dann kaufen wollte, aber keine mehr bekommen habe. Nun gibt es eine Großbestellung zum Ende November, bei der man diese Orangen, die ohne Gift und Sklaverei geerntet wurden, im Weltladen vorbestellen. Tolle Idee!

Die Mitarbeiter arbeiten hier übrigens ehrenamtlich. Ich habe sehr großen Respekt vor ehrenamtlicher Tätigkeit.

Damit schließe ich meine Erfahrungen des Stadtstreifzugs ab und hoffe, dass demnächst weitere Streifzüge angeboten werden. Vielen Dank an die Veranstaltenden BUND und Landkreis.

Einen persönlichen Artikel zum Thema Nachhaltigkeit habe ich bereits veröffentlicht, mit einfachen, alltäglichen Dingen, die mir wichtig sind. Aber mehr geht ja immer …

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