Jeder kennt wahrscheinlich das Aushängeschild/bild für die Region Eiderstedt.
Wenn etwas über die Nordseeküste im Fernsehen gezeigt wird, darf dieses Bild nicht fehlen… auf fast allen Büchern, Kalendern über Nordsee und Wattenmeer prangt er – der berühmte Leuchtturm: Westerheversand mit seinen zwei Wärterhäusschen.

Vom Ordinger Strand kann man ihn schon aus großer Entfernung sehen. Man könnte meinen, er ist zum Greifen nah und nur noch ein paar Gehaugenblicke entfernt. In Wahrheit kommt man nicht sooo einfach über das Wattenmeer zum Leuchtturm. Denn zwischen St.-Peter-Ording und Westerhever liegen Priele, die kein unerfahrener Tourist alleine begehen sollte.
Sehnsucht…
Ich bin bisher bei meinen Besuchen in St. Peter-Ording am Strand immer bis f a s t dorthin gelaufen. Das Ziel wurde immer deutlicher, aber irgendwann kam immer das Wasser, welches unüberwindbar schien. Habe dann Fotos gemacht und bin zurück nach Ording oder Bad gelaufen. Ziel war immer irgendwann diesen wunderschönen Leuchtturm zu besuchen und ganz wichtig von innen anzuschauen. Denn ich war noch nie in einem richtigen Leuchtturm.
Irgendwann vor mehreren Jahren bin ich schon mal an einem Regentag mit dem Auto zum Leuchtturm gefahren. Aber dort war gerade nicht geöffnet. Und so bin ich damals unverrichteter Dinge wieder umgekehrt.
Endlich!
Was ich nicht wußte… es gibt eine Fahrt mit dem Hitzlöper direkt von St.-Peter Bad nach Westerhever. Der Hitzlöper ist ein Touristenzug (hört sich albern an, aber ist wirklich ganz schön) mit zwei Holzanhängern (Link siehe unten), gefahren von einem sehr netten und auskunftsfreudigem Herrn, der während der gesamten Fahrt sein Wissen über die Region, deren Entstehung und Landgewinnung, Tierhaltung, Landwirtschaft, Bauweise der Warften, deren Bewohner und noch ganz viel mehr weiter gibt. Teilweise sind auch Anekdoten dabei, die uns Reisende schmunzeln lassen. Teilweise sind sie wohl auch ausgedacht. Aber das meiste stimmt. Und einige der Touristen halten sogar Wahrheiten für Schabernack. Zum Beispiel die Farbflecken auf den Rücken der Schafe. Aber ich kannte den Grund bereits, daher hat mich amüsiert, wie meine Mitreisenden sich veräppelt fühlten.
In Westerhever angekommen, haben die Besucher ca. 1,5 Stunden Zeit, sich das Land, den Deich, die Schafe und den Leuchtturm anzusehen. In die Wärterhäuschen kommt natürlich keiner rein. Da wohnen ja auch die jungen Menschen, die dort ihr „Soziales Jahr“ absolvieren. In den Leuchtturm aber leider auch nicht. Denn man teilt uns mit, dass heute keine Führung mehr stattfindet. Schade!
Das Ticket für eine Führung hätte man in der Tourist-Info in Bad oder Dorf kaufen müssen. Das ist nun wieder etwas enttäuschend, da das im Veranstaltungskalender leider nicht stand. Wäre mal eine Verbesserung wert.
Das schreit nach Wiederholung
So werde ich diesen Ausflug sicher noch einmal wiederholen. Denn auf den Leuchtturm möchte ich ganz unbedingt bald mal rauf. Aber alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei.
Dafür habe ich dann aber das kleine Wattenschutz-Forum begutachtet, was auf dem Leuchtturmgelände eingerichtet wurde. In diesem Häuschen sind die heimischen Seevögel, anderen Tierarten wie z.Bsp. Wattwürmer, Muscheln in ihrem Lebensraum dargestellt. Man kann natürlich auch Souvenirs kaufen.
Ein Highlight hatte ich trotzdem: Endlich habe ich auch einmal gesehen, wie die Tiere aussehen, deren Panzer ich schon sehr oft am Strand gefunden habe. Nämlich der Schulp einer Sepia. Das sind Weichtiere, die auf dem Meeresboden oder den Seegraswiesen leben. Wieder was gelernt.


Örtchen ohne Obolus
Wir Frauen sind ja immer froh, wenn irgendwo ein einigermaßen sauberes Klo verfügbar ist. Das gab es natürlich auch am Parkplatz von Westerhever. Ich stand also in der Schlange, was vor Frauenörtchen fast normal ist… Draußen an der Tür stand der Preis und gleich beim Eintreten hing eine Kasse an der Wand in die man seinen Obolus stecken sollte. Was soll ich sagen? Ich war die einzige Frau, die ihre 50ct dort eingeworfen hat. Alle anderen haben es nicht getan, die eine hatte es nicht passend, eine andere hat es angeblich gar nicht gesehen… hat aber auch nichts gezahlt, nachdem sie darauf hingewiesen wurde. Verstehen kann ich das nicht. Denn wenn man in St. Peter-Ording Urlaub macht, hat man sicher die Möglichkeit das Klogeld auch noch aufzubringen. Denn jeder Tourist möchte doch möglichst überall saubere Örtchen vorfinden. Denkt mal darüber nach, liebe Damen!
Der Hitzlöper hat dann pünktlich alle Touristen und mich wieder nach St. Peter-Bad gebracht. Eigentlich mag ich solche speziell touristischen Fahrten nicht so sehr. Aber diese Fahrt war bestimmt nicht meine letzte. So viele spannende Informationen konnte ich mir gar nicht alle merken, daher beim nächsten Besuch noch einmal und dann buche ich mir auch eine Leuchtturm-Führung. Auf bald Hitzlöper und Westerhever! Und wenn es nur ein Tagesausflug ist wie dieser…
https://www.de-hitzloeper.de/index.html#a1458
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