Die Nordsee hat viele schöne Gesichter. Eines davon habe ich in Butjadingen am Jadebusen erlebt.

Da ich im Norden wohne, habe ich es nicht allzu weit, bis ich meine Füße in die Nordsee halten kann. Wobei nicht so weit sind auch schnell mal 100 bis 200 km. Aber das hält mich nicht wirklich ab, wenn die Nordsee wieder ruft.
So kam es, dass mein Mann einen Artikel in unserer Tageszeitung über Wattwanderungen in Butjadingen gelesen hat und sofort Feuer und Flamme war. „Da müssen wir hin“ rief er und war nicht mehr zu bremsen. Also haben wir uns einen Termin gebucht und sind nach Eckwarderhörne gefahren.
Eckwarderhörne liegt am Jadebusen zwischen Wilhelmshaven und Bremerhaven. Ziemlich plattes Land dort. Man kann weit gucken, sieht Weiden, Felder und fährt hin und wieder durch kleine Ortschaften. Wasser haben wir erst gesehen, als wir unser Auto beim stillgelegten Leuchtfeuer abgestellt hatten. Das Leuchtfeuer haben wir dann auch erklommen. Auf einer langen, schmalen, offenen Wendeltreppe sind wir aufgestiegen bis zur Aussichtsplattform. Oben angekommen war die Aussicht phänomenal, aber auch wesentlich kühler und windiger, als unten auf dem Boden.

Suche nach Treibgut
Da ich immer hoffe, Treibholz zu finden, laufe ich möglichst direkt am Strand entlang. Strand gibt es in dieser Ecke eher wenig, außer Muschelstrand. Das heißt, Strand auf dem alles voller pazifischer Austern und anderer Muscheln liegt. Das verleitet natürlich zum Sammeln. Wir haben auch einige mitgenommen, die jetzt bei uns im Garten liegen. Sozusagen „Urlaubsfeeling“ für Zuhause. Aber keine Hölzer, die an Land gespült wurden. Dafür aber Müll, der überall wo Bänke stehen, hingeschmissen wurde. Als ob den Menschen das Zeug direkt bei einem Schwächeanfall aus den Händen gleitet. Ich gehe mal nicht davon aus, dass sie es absichtlich verlieren, obwohl die zentrale Anhäufung dafür spricht. Ich finde das sehr schade, dass unsere schöne Natur als Mülleimer dient.
Mit Gummistiefeln durchs Watt
Um 19:00 Uhr begann dann unsere geführte Wattwanderung direkt in den Sonnenuntergang hinein. Wir hatten Gummistiefel an, andere Teilnehmer Barfussschuhe. Ohne Schuhe wurde wegen der Schnittgefahr der offenen Muscheln nicht empfohlen. Mir war das dafür auch etwas zu kalt an den Füßen. Der Wattführer klärte uns über Wattwürmer, Sandhaufen, Muscheln und andere Meeresbewohner auf angenehm lustige und lehrende Weise auf. Er zeigte sogar in einem Praxistest, wie hilfreich Muscheln in der Nordsee sind. Sehr beachtlich, welch reinigende Funktion diese haben. Nur bedauerlich, dass die armen Muscheln nicht nur die guten, nahrhaften Schwebestoffe aus dem Wasser ziehen, sondern auch die (für die Muscheln) lebensverkürzenden wie Mikroplastik usw. Da der eine oder andere von uns Muscheln oder Meerestiere ißt, kann sich jeder mit etwas Fantasie vorstellen, wie das ungesunde Futter der Meerestiere im menschlichen Körper landet. Nur gut, dass das jeder mit sich selbst ausmachen kann…
Alles in allem ein sehr schöner Tag an der geliebten Nordsee und sehr nachahmenswert.
Ich empfehle diese Sonnenuntergangs-Wattwanderung sehr und wünsche ganz viel Spaß!

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